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3.21. Braune Weihnacht. Die nationalsozialistische Vereinnahmung des Weihnachtsfestes (Christoph Kühberger)

3.21.1. Kurztext

3.21.1.1. Nationalsozialistisches Weihnachtsfest

Mit der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde auch in Österreich die deutsche Feiertagspraxis eingeführt. Weihnachten sollte als christliches Fest verdrängt werden. Das Regime verfolgte dabei zwei Vorgangsweisen.

Im Einflussbereich der SS wurde versucht, einen heidnischen Weihnachtskult mit angeblich germanischen Wurzeln wiederzubeleben, während das Propagandaministerium und das Amt Rosenberg die christlichen Traditionen ignorierten und ein nationalsozialistisches Weihnachtsfest einführen wollten.

3.21.1.2. Wintersonnenwende

Heinrich Himmler, Reichsführer der SS, versuchte das traditionelle Weihnachtsfest mit der Wintersonnenwende (21. Dezember) zusammenzuziehen und ein sogenanntes „Julfest“ einzuführen. An mystischen Orten sollten unter freiem Himmel Feuer abgebrannt werden, die an die Wiederkehr des Lichtes erinnern sollten. Diese Veranstaltungen orientierten sich an vorgegebenen Mustern, die in Schulungsschriften verbreitet wurden.

Anhand des Sonnwendfeuers am Salzburger Mönchsberg 1938 kann man die wichtigsten Elemente erkennen:

Aufstellung, Entzündung des Feuers, Verbrennen von Kränzen (nationales Gedenken) und Schweigeminute, Feuerübergabe durch die SS an die HJ.

Mit den Verdunklungsvorschriften während des Krieges konnten jedoch keine Julfeuer mehr entfacht werden.

3.21.1.3. Weihnachtsfeiern der NSDAP

Die Gliederungen der NSDAP hielten ihre Weihnachtsfeiern, die auch teilweise Julfeiern genannt wurden, als gemütliche Zusammenkünfte ab, um Weihnachtsstimmung aufzuschnappen. Die Ausgestaltung hatte einen besonders herzlichen Charakter mit Weihnachtsmann und Unterhaltungsprogramm, wenn auch Familienangehörige anwesend waren.

Um christliche Traditionen zu verschleiern, wurden nationalsozialistische Weihnachtslieder gesungen und anstatt des Christbaumes wurde ein Julbaum aufgestellt. Solche Feiern der vorweihnachtlichen Besinnung zur Förderung des Gemeinschaftsgeistes fanden auch in Betrieben statt.

3.21.1.4. Volksweihnachtsfeiern

Joseph Goebbels inszenierte in Deutschland nach der Machtübernahme ein weihnachtliches Fest der nationalsozialistischen Nächstenliebe – die Volksweihnachtsfeier. Zu den Feierlichkeiten, die meist auf öffentlichen Plätzen abgehalten wurden (z. B. am 23. Dezember 1938 am Kapitelplatz/Stadt Salzburg), wurden bedürftige Mitbürger und Kinder geladen, die eine Propagandaveranstaltung erlebten.

Das politische Fest war nur mit weihnachtlichen Symbolen wie Kerzenschein und Weihnachtsbaum aufpoliert, hatte aber die Lobpreisung des Nationalsozialismus als zentrales Element. Die Kinder wurden im Anschluss mit Spielzeug, Kleidung und Süßigkeiten beschenkt, die Erwachsenen erhielten Lebensmittelpakete und teilweise sogar Tannenbäume.

Auch auf dem Land legte man besonderen Wert auf derartige Veranstaltungen, wenngleich die Feiern dort für den ganzen Ort abgehalten wurden. Die weihnachtliche soziale Fürsorge der Nationalsozialisten verschob sich mit dem Krieg hin zu Waisenhäusern, Kinderheimen und Spitälern. Hilfe gab es allerdings nur für „deutsche“ Volksgenossen, die den rassistischen Kriterien des Regimes entsprachen.

3.21.1.5. Weihnachten in der Familie

Ab 1943 wandte sich die NSDAP den familiären Weihnachtsfesten zu und versuchte, sie nach ihren politischen Vorstellungen zu verändern. Die christlichen Inhalte sollten verschwinden. Das christliche Fest lebte von tiefen Gefühlen, die durch eine neue gefühlsbetonte Erzählung abgelöst werden sollten. Es wurde die Geschichte von den toten, unsichtbaren Soldaten verbreitet, die zu Weihnachten ihre Familien besuchen würden.

Daneben formte man christliche Symbole um, so etwa die Geburt Christi zur Geburt des Lichtes. Der Jul- oder Lichterbaum sollte das verdeutlichen. Mit falscher, nicht nachvollziehbarer wissenschaftlicher Beschäftigung wurde der Weihnachtsbaum zur germanischen Tradition umgedeutet. Es gab sogar Weihnachtsbücher, die den neuen Schmuck des Julbaumes genau beschrieben.

Doch das familiäre Weihnachtsfest erwies sich als schwer wandelbar und war in Salzburg stark an kirchliche Traditionen gebunden, weshalb die nationalsozialistische Beeinflussung in privaten Haushalten nur wenig Erfolg zeigte.

3.21.2. Langtext

3.21.2.1. Einleitung

Mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wandelte sich das Fest- und Feiertagssystem grundlegend. Gerade Weihnachten erhielt eine völlig neue Sinngebung, die knapp ein Jahr nach dem christlich dominierten Ständestaat von der nationalsozialistischen Ideologie überwuchert wurde. Wie bei anderen Festen auch, kann man davon ausgehen, dass die neue Interpretation des Weihnachtsfestes nicht vollständig verstanden wurde, da sich die nationalsozialistische Auslegung nicht wie im „Altreich“ langsam über die bestehende kulturelle Struktur schob, sondern abrupt.

Die Eingliederung Österreichs fiel vor allem in eine Zeit, als die NSDAP und die Staatsführung immer stärker versuchten, in den Privatbereich der Bevölkerung einzudringen. Extrem deutlich zeigt sich diese Tendenz ab 1940, als man sich verstärkt jenen Feiertagen zuwandte, die außerhalb des politischen Kultes standen. Neben die christlichen Feste (Ostern, Pfingsten, Weihnachten) wurden „deutsche“ Versionen gestellt (Deutsche Ostern, Hohe Maien, Julfest). Sie sollten, wie das kurz zuvor schon bei den „rites de passage“ geschehen war, eine nationalsozialistische Patina erhalten.

Der nationalsozialistische Gegenentwurf zum christlichen Weihnachtsfest sah eine Entkonfessionalisierung vor. Die angewandten Lösungsmodelle orientierten sich dabei entweder an der Linie, die von Joseph Goebbels und Alfred Rosenberg vorgegeben wurde, nämlich sämtliche christlichen Inhalte zu ignorieren und zu verdrängen, oder an der Heinrich Himmlers, der eine massive „Germanisierung“ betrieb, insbesondere um das Julfest zu etablieren.[484]

Für die historische Kulturforschung ist von Bedeutung, dass sich die damalige intensive Beschäftigung mit der Herkunft des Weihnachtsfestes bis heute im historischen Gedächtnis verankerte. Ein möglicher Grund dafür, warum sich vor allem die nationalsozialistische germanische Interpretation des Festursprungs so stark hielt, könnte darin gefunden werden, dass selbst damals dieser Ansatz so aggressiv neuartig war und massiv propagiert wurde, dass er sich in Verbindung mit der schlechten Vergangenheitsbewältigung der Volkskunde in den ersten zwanzig Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg weiter verfestigen konnte. Durch wissenschaftliche Legitimation aus der NS-Zeit hatten die germanischen Ansätze und Thesen jene Grundlage, um als „wahr“ in das allgemeine Bewusstsein der Bevölkerung zu sickern.[485] Weil die gesamte nationalsozialistische Propaganda auf eine Entleerung der christlichen Inhalte setzte, mussten zwangsläufig die angeblichen germanischen Wurzeln dieses gedankliche Vakuum füllen, da vor allem die gemäßigtere Linie von Goebbels und Rosenberg nur wenige ideologische Deutungsmuster anbot.

Es wäre aber verfälscht anzunehmen, dass diese Umdeutungen die gesamte Bevölkerung auch in der Feierpraxis erfassten. Die ideologische Überformung griff nur auf Veranstaltungen, die von der Partei oder ihren Gliederungen abgehalten wurden. Der private Bereich stellte in Salzburg diesbezüglich sicherlich eine Bastion der traditionellen Bräuche dar, die auch schon vor der NS-Herrschaft praktiziert wurden. Empirische Untersuchungen dazu fehlen, weshalb sich die private Dimension des Weihnachtsfestes beinahe der Einsichtnahme entzieht. Besonders die bäuerliche Kultur, die fest christlich verankert war, erwies sich für die neopagan-germanischen Bekehrungsversuche der Nationalsozialisten als ideologisches Hindernis.

Mehr Erfolg konnte im Kleinbürgertum und im bürgerlich-akademischen Kreis erzielt werden, da die brauchtümlich-kultischen Veranstaltungen der nationalsozialistischen Partei diesen eine spirituell-politische Ordnung vorzutäuschen vermochten und die psychosozialen Ängste, Unsicherheiten sowie die Erlösungssehnsüchte abfedern konnten.[486] Dies zeigt sich deutlich in den unten zitierten Stellen aus Jul-Reden, in denen Gott für die Sendung Hitlers als Erlöser gedankt wird. Besonders spürbar war diese Tendenz 1938, als im noch nicht verdauten Anschlusstaumel die Ankunft des christlichen Messias mit dem deutschen „Erlöser“ verquickt wurde. Das war nichts Neues, denn schon 1934 wurde in Deutschland eines der bekanntesten Salzburger Weihnachtslieder, das die Ankunft des Messias der Christen pries, umgeschrieben:

„Stille Nacht, heilige Nacht Alles schläft, einsam wacht Adolf Hitler für Deutschlands Geschick. Führt uns zur Größe, zum Ruhm und zum Glück, Gibt uns Deutschland die Macht.“[487]

Derartige Umdichtungen fielen aber nicht immer so politisch aus. Eine Distanzierung von den christlichen Inhalten wird allerdings in vielen Fällen deutlich. Die so geschaffenen neuen Weihnachtsliedertexte setzten sich allerdings, vor allem in Bezug auf „Stille Nacht“, nicht vollständig durch. Vermutlich halfen nicht einmal Verbote, um die Beliebtheit von „Stille Nacht“ in Salzburg zu schmälern.[488]

3.21.2.2. Der nationalsozialistische Festkosmos zur Weihnachtszeit

Um den nationalsozialistischen Festkosmos zur Weihnachtszeit zu erfassen, muss man die Feiern in vier Gruppen teilen: Wintersonnenwende, Weihnachtsfeiern der NSDAP, Volksweihnachtsfeiern und private Weihnachtsfeiern in den Familien.[489]

3.21.2.2.1. Wintersonnenwende

Die Wintersonnenwende wurde vor allem durch Heinrich Himmler betrieben, der eine Zeit lang versuchte, sie als „Julfest“ mit Weihnachten zusammenzuziehen bzw. wenigstens die Bedeutung des Weihnachtsfestes zu schmälern. Die starke germanische Umdeutung und die teilweise Neueinführung von Praktiken ohne Anknüpfung an irgendeine christliche Tradition wirkten auf den Großteil der Bevölkerung befremdend.[490]

Mit der Wintersonnenwende sollte der Wiederkehr der Naturkräfte in einem unablässig kosmisch-zyklischen Geschehen gedacht werden.[491] Im Zentrum des Kultes stand das „Licht“, das den Kampf gegen die Finsternis ab der Wintersonnenwende (21. Dezember) gewonnen hatte. Diese Wiedergeburt des Lichtes wurde als Kontaktaufnahme des Menschlichen mit dem Göttlichen interpretiert: „Dieses Urlicht hat den Germanen erleuchtet und belebt, wohin er auch kam, um seine Sendung zu erfüllen. Es leuchtete in den jugendlichen Scharen des Volksfrühlings, wenn sie auszogen, dem Licht und dem Leben neues Land da draußen in Utgard zu gewinnen; es leuchtete den Kriegern, die unwandelbar wie die Sonne ihre Bahn schritten, ‚freudig wie ein Held zum Siegen‘. Es leuchtete den kühnen Wikingern, wenn sie über den dunklen Schlund des Meeres ihre Kiele zu weltweiten Fahrten lenkten. Und es strahlte jenen deutschen Männern und Frauen, die abseits von einer fremden Veräußerlichung das Göttliche in sich selber suchten und es in dem ‚Fünklein‘ wiederfanden, von dem der Meister Ekkehard spricht.“[492]

Die Feierlichkeit wurde daher an einem mystischen Ort abgehalten. So veranstaltete die NSDAP-Salzburg 1938 eine Wintersonnenwende auf dem Mönchsberg, der auch in den darauffolgenden Jahren als NS-Kultstätte Nutzung fand, nicht zuletzt wegen des Blicks zum Untersberg (Kaiser Karl) und dem Obersalzberg (Adolf Hitler):[493] „Rings um die Mulde nächst den beiden großen Wasserspeichern auf dem Mönchsberg, in einem Gelände, das alte Bäume umgrenzen und auf das der Salzburger Untersberg blickt, versammelten sich am gestrigen Mittwoch [21. 12. 1938; CK] Formationen der NSDAP und Volksgenossen außerhalb der Gliederungen zu der Winter-Sonnenwendfeier der Partei. Den Raum nach Osten hin steckten die Hakenkreuzfahnen ab, davor stand der Holzstoß, zum Feuer bereit.“[494]

Diese Veranstaltung war jedoch nicht für das gesamte Volk bestimmt.[495] Eigentlich hatte das Julfest als Wintersonnenwende außerhalb der SS wenig Bedeutung.[496] Salzburg dürfte diesbezüglich einen Sonderweg beschritten haben, was auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass die SS auf Gauebene großen Einfluss hatte. Besonders deutlich wird das in der Position des Gauleiters Friedrich Rainer und dessen Stellvertreter Anton Wintersteiger. Beide gehörten der SS an.[497]

Die Wintersonnenwende vom 21. Dezember 1938 (21 Uhr) auf dem Mönchsberg sollte keine große öffentliche Propagandaveranstaltung werden, wenngleich die Bevölkerung über die Abhaltung der Feier informiert und eingeladen wurde.[498] Die Feier selbst wurde von der SS unter Mithilfe der SA als Parteiveranstaltung vorbereitet und durchgeführt.[499] Sie war geprägt von paganen Handlungen, die das Fest weit weg vom christlichen Weihnachtsfest rückten. Die von den Organisationen geschaffene Szenerie aus Fackelschein im dunklen Winterwald hatte bestimmt zu der beabsichtigten archaischen Stimmung beigetragen.

Der Verlauf war überfrachtet mit symbolischen Handlungen, die eine längst vergangene Zeit, nämlich die der germanischen Feste, wiederbeleben sollten. Die „schweigenden Marschblocks“ der Parteiformationen wurden von zwölf Männern mit Holzfackeln angeführt.[500] Sie versinnbildlichten wohl jene zwölf Tage („Zwölften“), an denen die Sonne am tiefsten steht.[501] An ihnen würde das „segenspendende Licht“ am wenigsten Kraft haben und die Mächte der Finsternis würden am meisten Gewalt besitzen und ihr Unwesen treiben. Wintergrün und Licht, so die germanisch-volkstümliche Forschung aus der NS-Zeit, versprachen den Vorfahren Schutz.[502]

Die Teilnehmer stellten sich im offenen Viereck um den Holzstoß, um den die Fackelträger einen Kreis bildeten: „In die Nachtstille, in das Schweigen der Versammelten, klang der Spruch von dem ewigen Ring des Seins. Dann lodert, gleichzeitig von den Fackelträgern, den Vertretern[503] der einzelnen Formationen entzündet, der Holzstoß mit mächtigen Flammen auf, den nächtlichen Raum mit Licht und Wärme erfüllend.“[504]

Gemeinsam wurden die ersten zwei Strophen des Liedes „Flamme empor!“[505] gesungen.[506] Nach dem Lied trat Gauleiter-Stellvertreter Wintersteiger an den „Julbrand“ zur Feuerrede. In ihr verschmolz der zelebrierte Germanenkult mit der charismatischen Herrschaft Hitlers: „Seit Urzeiten gab die Sonne Leben und nach unerforschlichen Gesetzen werden auch Sonnen des Künftigen leuchten. Zwischen dem Gestern und dem Morgen leben wir. Dieses Heute heißt für uns Adolf Hitler! Ihm folgen wir. Der Werden und Vergehen auf dieser Welt sein ließ, der ließ auch geheimnisvoll Rassen und Völker entstehen und jene Schicksalsgemeinschaft, in der er die im mitteleuropäischen Raum wohnenden Germanen zum deutschen Volk schuf. Er gab uns den Führer. Wir sind angetreten bei heiliger Flamme des Julfeuers, um einen Julschwur zu tun, um uns vorzubereiten für das kommende Jahr. Dieses neue Jahr muß die Volksgemeinschaft weiter in treuer Gefolgschaft zum Führer in erneutem Tatwillen, in noch größeren Arbeitsleistungen sehen.“[507]

Der Julschwur, den Wintersteiger weiter ausführte, beschwor den gemeinsamen Kampf der Ostmarkdeutschen „mit anderen deutschen Stämmen im Reich Adolf Hitlers“.[508] Das Ritual wurde durch das Verbrennen von Kränzen im Jul-Feuer fortgesetzt, die eigentlich zum Gedenken an die Toten in das Feuer geworfen werden sollten.[509] Man dehnte dieses Gedenken aber auch auf die Mütter des Volkes, die Gefallenen der Bewegung, die Helden des Krieges, die Opfer der Arbeit, des heiligen Vaterlandes, die Deutschen in der Welt und den Führer aller Deutschen aus.[510] Danach leitete ein Trommelwirbel die Schweigeminute ein. Das abschließende Ritual verdeutlichte nochmalig die nationalsozialistische Gemeinschaft. Während des Abspielens des Fahnenliedes der HJ wurde durch den SS-Führer eine Fackel am Feuer entzündet und dem Führer der HJ überreicht.[511] Die Parteijugend wurde dadurch zur Wächterin der „heiligen Flamme“ und blieb wohl bis zum Erlöschen der Flammen am Feuer zurück,[512] während die anderen Teilnehmer nach dem Lied und Schwur der SS („Wenn alle untreu werden ...“) das neopagan-germanische „Stammesritual“ verließen. Die Einheit der SS traf sich danach im Kurhaussaal zu einer gemütlichen Julfeier mit Gaben für die SS-Kameraden.[513]

Ähnliche Szenen haben sich in vielen Salzburger Gemeinden abgespielt. So fanden sich etwa in Mattsee ca. 100 Teilnehmer auf der Höhe des Wartsteines ein, um die Sonnwendfeier zu begehen. Auch in dieser Ortsgruppe dominierte in der Jul-Rede der Dank für den Anschluss: „Wir wollen dem Herrgott danken, daß er uns in ärgster Notzeit einen Führer schickte, der uns vor dem Abgrund rettete. Wir wollen um Kraft und Macht beten für die Arbeit und den Kampf, die unser in Zukunft noch harren.“[514]

Das Ritual war der Ausgestaltung in Salzburg nicht unähnlich. Von Jungvolktrommeln begleitet, marschierte die Ortsgruppe der NSDAP mit ihren Gliederungen (HJ, SA, SS, NSKK) zur Feierstätte, wo das Lied „Heilig’ Vaterland“ abgesungen wurde. Ein SA-Mann sprach einen Feuerspruch und danach wurde der Feuerstoß durch die Fackeln entzündet. Nach der Julrede, einem „Sieg Heil“ auf den Führer und Liedern der Nation kehrten die Teilnehmer nach Mattsee zurück.[515]

Die „Salzburger Landeszeitung“ berichtete auch von Sonnwendfeiern in Gilgen, Seekirchen, Anthering, Siezenheim, Straßwalchen, Badgastein, Bad Hofgastein, Schwarzach und Zell am See.[516] In Radstadt wurden sogar zwei Sonnwendfeuer abgebrannt. Nachdem man eines außerhalb der Stadt entzündet hatte, zogen die Teilnehmer auf den Adolf-Hitler-Platz, wo die mitgetragenen Fackeln zu einem zweiten Sonnwendfeuer zusammengeworfen wurden: „In dieses Feuer warfen die Führer der einzelnen Formationen Kränze. Die HJ nahm dann aus den Händen der SS das Feuer bis zu[r] nächsten Sonnwende in ihre Obhut.“[517]

Wie das Beispiel Radstadt zeigt, mussten einige Ortsgruppen auf einen mystischen Ort verzichten. Wer etwa nicht die Möglichkeit hatte, im Gemeindewald zu feiern, wie zum Beispiel Seekirchen, veranstaltete das Feuer auf einer Anhöhe, wie etwa in Gilgen oder Schwarzach, oder musste im Ort bzw. in der Stadt feiern wie eben in Radstadt, Zell am See (Sportplatz), Bad Hofgastein (Hamplwiese) oder Badgastein (Staubingerplatz).[518]

Die relative Vereinheitlichung sämtlicher Sonnwendfeiern im Deutschen Reich wurde durch ein dichtes Netz von staatlichen und parteilichen Stellen geschaffen, die sich permanent um die optimale Inszenierung derartiger Feierlichkeiten kümmerten.[519] Schulungsschriften und Feiervorschläge wurden verbreitet, die es den Gliederungen der NSDAP erleichterten, derartige Feiern zu organisieren. Dennoch setzte sich die Wintersonnenwende nicht vollends durch und blieb eine Partikularkultur[520] der NSDAP und ihrer Sympathisanten. Es war nämlich der Bevölkerung freigestellt, an der nationalsozialistischen Wintersonnenwende teilzunehmen, wie auch die Ankündigung in der Tagespresse beweist und trotzdem identifizierten sich nur sehr wenige mit diesem sehr stark politisch vereinnahmten Kult. Die Feier konnte allerdings an der Bevölkerung nicht unbemerkt vorübergegangen sein. Die Ortsgruppen machten sich nämlich sehr wohl beim Auszug zur Feierstätte bemerkbar: „Jungvolktrommler dröhnten durch die Nacht und rufen die Stubenhocker an die kältebeschlagenen Fenster. Draußen marschiert die Ortsgruppe der NSDAP Mattsee im Verein mit ihren Gliederungen bei flackernden Fackelschein zur Feierstätte.“[521]

Mit dem Ausbruch des Krieges verlor die Wintersonnenwende ihre Verbreitung. Das kriegsbedingte Verdunkelungsgebot führte dazu, dass die großen, unter freiem Himmel entzündeten Julfeuer fast überall verboten wurden. Andere Formen, vor allem die in Sälen abgehaltenen parteilichen Weihnachtsfeiern und schlussendlich auch die privaten Familienfeste, erhielten ideologische und propagandistische Aufmerksamkeit.[522]

3.21.2.2.2. Weihnachtsfeiern der NSDAP

Die Weihnachtsfeiern der Gliederungen der NSDAP wurden meist Julfeiern genannt, hatten aber mit Himmlers Sonnwend-Veranstaltungen, die oft unter dem gleichen Namen liefen, nichts zu tun. Sie waren vielmehr gemütliche Zusammenkünfte der einzelnen Formationen, um unter Bekannten Weihnachtsstimmung aufzuschnappen. Die zuständigen Leiter richteten zwar kurze politische Reden an ihre Kameraden, doch der Sinn der Feierlichkeit war sicherlich die familiäre Zusammenkunft der Kameraden, die sich gegenseitig beschenkten oder von der Partei ein kleines Geschenk erhielten.[523]

Wenn auch die Frauen und Kinder anwesend waren, bemühte man sich, die Familienangehörigen zu verwöhnen. 1939 erschien deshalb bei der Julfeier des SS-Oberabschnittes Alpenland und des SS-Standortes Salzburg ein Weihnachtsmann mit langem weißen Bart und Sternen auf Mantel und Mütze, um die Kinder zu beschenken.[524] 1940 wurde über die Bescherung auf der Julfeier des SS-Standortes Salzburg in der Tagespresse ausgeführt: „Nach dem Lied ‚Deutschland, heiliges Wort‘ kamen die Kinder zu ihrem Recht. In hellen Scharen umringten sie den brennenden Julbaum, leuchtenden Auges nahmen sie die für die verschiedenen Altersstufen bestimmten Pakete entgegen, während die anmutige Kindergruppe unter Leitung von Pg. Puff mit ihren Harmonikas das Lied vom immergrünen Tannenbaum spielte.“[525]

Aber auch bei dieser Weihnachts- oder Julfeier ist auffällig, dass es vermieden wurde, auf christliche Traditionen Bezug zu nehmen. Anstelle des Christbaumes gab es den Lichter- oder Julbaum[526] und anstatt der traditionellen Weihnachtslieder wurden „Deutsche Weihnacht“, „Deutschland, heiliges Wort“ oder „Heilig Vaterland“ gesungen.[527] Selbst die Kerzen waren nur noch Symbole der Wintersonnenwende.[528]

Neben der SS und der SA[529] hielten auch ganze Ortsgruppen mit ihren Formationen Weihnachtsfeiern ab, in denen den Nationalsozialistinnen/-sozialisten der Dank der Partei ausgedrückt wurde.[530] Auch die nationalsozialistischen Jugendorganisationen veranstalteten weihnachtliche Abende und Zusammenkünfte für ihr Jungvolk und ihre Jungmädel sowie für den BDM und die HJ. Damit kam es teilweise zur doppelten nationalsozialistischen Beeinflussung der Jugend, denn auch die NS-Lehrerschaft versuchte die Jugend im Sinn der neuen „deutschen Weihnacht“ zu vereinnahmen.[531] Das Weihnachtsfest wurde schon den Kleinsten in Anlehnung an die heidnisch-germanische Tradition als Naturfest präsentiert. In den Heimstunden der Jungmädel sollte weihnachtliches Brauchtum eingeübt werden, damit es in die Familien hineingetragen werde. Während die jüngeren Mädchen mit Märchen und Kindergeschichten auf das Fest der Familie eingestimmt wurden, war es für die älteren vorgesehen, dass diese den Sinn des Festes des Lichtes und der Familie erkennen.[532]

Auf den Feiern der BDM und der HJ hingegen wurden deutsche Lieder gesungen und kurze Theaterstücke aufgeführt.[533] Die vorweihnachtlichen Veranstaltungen der NS-Frauenschaft, wie unten noch genauer ausgeführt, standen im Zeichen karitativer Tätigkeiten. Daneben gab es aber auch besinnliche Feiern für die Frauen, an denen u. a., wie in St. Veit 1938, die germanischen Wurzeln des Julfestes und das daraus entwickelte Brauchtum zur Weihnachtszeit vom nationalsozialistischen Standpunkt aus nähergebracht wurde.[534] Zur Umrahmung derartiger Feiern wurden die Jugendorganisationen herangezogen, die musizierten und Gedichte vortrugen.[535]

Einen ähnlichen Zweck wie die Feiern der Partei verfolgten auch die in verschiedenen öffentlichen und privaten Betrieben abgehaltenen weihnachtlichen Versammlungen und Appelle. Sie wurden vor allem durch die Deutsche Arbeiterfront (DAF) in Verbindung mit der Freizeitorganisation (KdF) forciert. Wie bei den Feiern der NSDAP sollte die Moral der Arbeiter/innen gestützt oder sogar gehoben werden. So erhielten die Autobahnarbeiter im Lager Plain wollene Handschuhe, Strümpfe, Mützen und Süßigkeiten,[536] die Arbeiter der Zellulosefabrik in Hallein erhielten 50 bis 100 RM, Familienväter zusätzlich 10 RM pro Kind, die Kinder der Arbeiterinnen in der Tabakfabrik erhielten Geschenke.[537] Aber auch kleinere Betriebe drückten ihrer Belegschaft ihren Dank für die geleistete Arbeit und Treue aus.[538]

Die nationalsozialistische Pressepropaganda stützte diese betriebliche Tradition 1943 durch den Artikel „Betriebs-Weihnachten“, in dem alle Betriebe aufgefordert wurden, eine solche Feier abzuhalten („Zum selbstverständlich festen Bestandteil eines jeden Betriebes gehört die Weihnachtsfeier. Jawohl, selbstverständlich!“).[539] Dabei wurde nicht die reichliche Bewirtung verlangt, sondern die Förderung des Gemeinschaftsgeistes. Die öffentlichen Betriebe standen dafür besonders im Krieg als Musterbeispiele und als Zeugnis für die propagierte funktionierende „Heimatfront“ (Eisenbahner, Polizisten, Mitarbeiter der Gauleitung etc.).[540]

3.21.2.2.3. Volksweihnachtsfeiern

Die Volksweihnachtsfeiern, die auch in Salzburg abgehalten wurden, gehen auf sehr frühe Bestrebungen Joseph Goebbels zurück, der in den ersten Jahren des Dritten Reiches Weihnachten als „Fest der praktischen nationalsozialistischen Nächstenliebe“ einrichten wollte. Man erhoffte sich davon das herkömmliche Weihnachtsfest ideologisch überformen zu können.[541]

Die erste Feier zur „Volksweihnacht“ in der Stadt Salzburg wurde vom Salzburger Volksblatt mit einem Banner groß angekündigt. Die Kreisleitung lud am 23. Dezember 1938 um 18.45 Uhr auf den Kapitelplatz.[542] Diese Hauptveranstaltung im Stadtzentrum war allerdings nur eine von vielen derartigen Feierlichkeiten, die in den Ortsgruppen abgehalten wurden. Hinter den Dom wurden nur jene Ortsgruppen eingeladen, die keinen weiten Anmarschweg hatten (Nonntal, Äußerer Stein – Parsch, Innere Stadt, Schallmoos-Ost, Elisabeth-Vorstadt, Altstadt, Neustadt und Riedenburg). Allein die Zahl der erwarteten Kinder, deren Betreuung die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) übernommen hatte, belief sich auf ca. 4.000.[543] Die Zahl aller Teilnehmer/innen wurde nach der Veranstaltung auf 5.000 geschätzt.[544]

Diese Veranstaltung war allerdings keine weihnachtliche Besinnungsstunde, sondern eine Propagandaveranstaltung im großen Rahmen. Wenn man sich die Szenerie vor Augen führt, dann musste sich zwangsläufig ein Widerspruch aus den politischen Symbolen und der „weihnachtlichen Stimmung“[545], die angeblich über dem Platz lag, ergeben haben. Das Programm orientierte sich an der Rundfunkübertragung von Goebbels Weihnachtsansprache in Berlin, die live übertragen wurde. Es gab genaue Vorschriften über An- und Abmarschwege sowie über die Aufstellung vor Ort.[546] Die Volksgemeinschaft – angetreten nach dem Aufstellungsplan – feierte dann, vor dem Reichsadler auf rotem Tuch, ein politisches Weihnachtsfest, das unverkennbar die Partei, symbolisch verdeutlicht durch das überdimensionale Hoheitszeichen, ins Zentrum rückte.

Die Feierlichkeit wurde, besonders vor der eingeladenen bedürftigen Bevölkerung, zur Lobpreisung des Nationalsozialismus in der Ostmark. Wie es Kreisleiter Bruggaßner in seiner Ansprache nach der Übertragung aus Berlin ausdrückte: „Vorbei ist die trübe und traurige Zeit. Und wenn wir auch nicht alle reich an Geld und Gütern sind, so werden wir doch eine Volksgemeinschaft, und die Kameradschaft des Deutschen Volkes verbindet heute die einzelnen deutschen Menschen zur großen deutschen Familie. Es darf in Deutschland keine mehr geben, die hungert, keine, die das deutsche Fest, das Fest der Weihnacht, ohne jede Freude verbringen müssen [sic!]“.[547]

In seiner Rede führte er den Sieg des Lichtes über das Dunkel aus und huldigte Adolf Hitler. Das Publikum quittierte die von ihm dargebrachten Inhalte mit einem dreifachen „Sieg Heil!“. Diese politische Weihnachtsfeier auf dem Kapitelplatz endete mit dem Absingen der Hymne der Nation, die zum „weihnachtlichen Himmel“ aufstieg.[548]

Diese Volksweihnacht auf dem Kapitelplatz zeigt die von der Partei beabsichtigte Verschränkung der traditionellen Weihnachtsfeier mit der nationalsozialistischen Ideologie nicht nur in der politischen Vereinnahmung der christlichen Lichtsymbolik um die Geburt des Messias, sondern auch auf rein materieller Ebene, in der Ausgestaltung des Veranstaltungsortes: „Der Kapitelplatz prangte im Schmuck unzähliger Fahnen, vor der Pferdeschwemme war eine hohe Wand aus rotem Tuch aufgestellt, die von goldenen Bändern durchwirkt, das Hoheitszeichen trug, das hehre Symbol der Kraft und Stärke der deutschen Nation. Und rings um den großen Platz leuchteten aus allen Fenstern viele Hunderte von roten Lichtern, sie liefen in langen Reihen die Fronten der Häuser entlang und grüßten vom Laubengang des Stiegelkellers herunter. Auf dem Sims der Domarkaden waren Scheinwerfer aufgestellt, die ihr Licht auf den Platz ergossen, der Scheinwerfer des Elektrischen Aufzuges hob den trutzigen Bau der Festung aus dem Dunkel der Winternacht und auf dem Kapitelplatz selbst strahlten zu beiden Seiten einer vor der rotgoldenen Wand aufgebauten Rednertribüne die hellen Lichter zweier großer Weihnachtsbäume.“[549]

Nach der Großveranstaltung auf dem Kapitelplatz fanden sich die Teilnehmer/innen der einzelnen Ortsgruppen in verschiedenen Sälen ein, um vom Weihnachtsmann des Winterhilfswerkes (WHW) bewirtet und beschenkt zu werden. Die Kinder erhielten Spielzeug, Kleidungsstücke und einen Sack mit Süßigkeiten, die Erwachsenen wurden mit Lebensmittelpaketen versorgt. Im Kreis Salzburg wurden zudem 1.000 Tannenbäume ausgegeben, damit auch „zu Hause bei den Bedürftigen der Weihnachtsbaum seinen lichtbringenden Einzug halten konnte.“[550]

Aber auch am Land veranstaltete die Partei Volksweihnachtsfeste, die ebenfalls durch eine politische Nutzung der Feier auffielen. Wenn dies nicht direkt geschah, wie etwa mit einer politischen Rede oder einem Gedenken an bzw. einen Treueschwur auf den Führer, dann vor allem über die unvermeidbare Umwegrentabilität der nationalsozialistischen Organisationen, die diese Feiern ausrichteten.[551] Betont muss dabei die rege Tätigkeit der NS-Frauenschaft werden, die sich dem traditionellen Frauenbild folgend, sehr stark der sozialen und karitativen Hilfe verschrieb.[552] Die Gruppen der NS-Frauenschaft halfen nicht nur bei der Ausgestaltung der Feiern, sondern kümmerten sich im Vorfeld um die Herstellung von Geschenken (Kekse, Wäsche-, Kleidungsstücke etc.). Die NS-Frauenschaft Dorfgastein arbeitete angeblich dafür seit der Machtübernahme der Nationalsozialisten an ihren Nähmaschinen.[553]

So unterschiedlich die Volksweihnachtsfeiern in den einzelnen Ortsgruppen auch angelegt waren, so gleichförmig waren sie bemüht, die bedürftigen Mitbürger zumindest Weihnachten, an einem allgemeinen Festtag, zu versorgen. Neben der Bewirtung wurden auch die Kinder beschenkt. In Oberalm erhielt jedes der 300 Kinder einen Sack mit süßer Bäckerei, die kleinen Buben außerdem Farbstifte und Malbuch, die größeren einen Malkasten und die Schülerinnen ein Nähkästchen. Zur Verteilung trat der Weihnachtsmann oder Knecht Ruprecht an.[554]

Während 1938 noch im Frieden gefeiert wurde, lässt sich ab 1939 eine sukzessive Veränderung derartiger Weihnachtsfeiern feststellen. War das Jahr 1938 seit März geprägt vom Anschlusstaumel und einem prolongierten „Volksfest in Permanenz“,[555] veränderte der Krieg diesen Zustand. Große öffentliche Veranstaltungen wurden zurückgedrängt. Die Suspension des Alltages als gesellschaftliche Ventilfunktion übernahm nicht mehr das Fest, sondern der Krieg.[556]

Die Volksweihnacht wurde durch den Krieg auf die Ortsebene zurückgedrängt und nicht selten als Julfeier für den gesamten Ort abgehalten, wie auch 1940 in Großgmain. Die NSV und die Ortsgruppe der NSDAP luden ca. 2.000 Volksgenossen in ein Hotel, wo die Kinder Kakao und Bäckereien erhielten und beschenkt wurden. Viele Volksgenossen erhielten Gutscheine und Weihnachtspakete.[557]

Auffällig ist auch die Betreuung der umgesiedelten Südtiroler in der Stadt Salzburg und in Bischofshofen, für die weihnachtliche Abende veranstaltet wurden.[558] Ansonsten verlagerten sich die wohltätigen Veranstaltungen hin zu sozialen Institutionen (Altersversorgungsheime, Säuglingsheime, Kinderspitäler, Waisenhäuser, Blindenheime, Kinder- und Knabenheime etc.)[559] sowie mit der Andauer des Krieges hin zu den Frontsoldaten und den Verwundeten. Durch den Krieg gewannen die Weihnachtsfeiern an der Front Bedeutung. 1939 konnte noch ein unbeschwertes Bild vermittelt werden. Die Illustrierte Beilage der „Salzburger Zeitung“ zeigte Bilder von fröhlich vereinten Soldaten an der Front, wie sie gerade die Bescherung mit Päckchen und Weihnachtsbaum erleben. Gegenübergestellt wurde ein Foto einer Mutter, die ein Puppenhaus für die Bescherung zu Hause vorbereitet („Ja, Mutti kann auch das, wenn Vati Soldat ist.“).[560]

Über die Kriegsjahre hinweg bemühte sich der Nationalsozialismus Weihnachtspost und Weihnachtspäckchen von der Front und für die Front zuzustellen, um die Moral der Soldaten und die der Heimatfront nicht zu gefährden.[561] Die zuvor für die Bedürftigen aufgebrachten Energien, etwa der NS-Frauenschaft, wurden nun auch für die Versorgung der Soldaten eingesetzt.[562] Zur Kriegsweihnacht 1940 wurden deshalb die Soldaten an der Nordfront mit allerlei Geschenken versorgt. Neben weihnachtlicher Grundausstattung (Tannenbäume, Christbaumschmuck [sic!], Nüsse, Rosinen, Datteln etc.), um eine echte deutsche Weihnacht begehen zu können, wurden auch Luxusartikel hingeschickt (Bücher, Bier, Tabak etc.).[563]

Durch die sich ständig verschlechternde Kriegssituation rückten ab 1942 die Soldaten und Verwundeten ins absolute Zentrum. Die Partei ordnete daher an, dass in den Lazaretten der Wehrmacht unter Mithilfe der NSDAP Weihnachtsfeiern abgehalten werden sollten. Die Feiern sollten einen „persönlichen und herzlichen, aber männlichen Charakter“ besitzen und „Ausdruck der nationalsozialistischen Weltanschauung“ sein. Der 24. Dezember sollte vor allem durch die NS-Frauenschaft und die Jugendorganisationen ausgestaltet werden (Musik, Weihnachtsgebäck etc.), während die NSV Mittel bereitstellen und Geschenke beschaffen sollte. Geldsammeln für diese Feierlichkeiten war allerdings verboten.[564]

In Salzburg wurde eine solche Feier 1942, wie es die Anordnung vorsah, unter Mitwirkung des Gauleiters Scheel im Reservelazarett III und IV abgehalten. Die Partei bemühte sich dabei, das Fest mit Liedern, Lichterbaum, weihnachtlichen Gedanken und Julreden der Chefärzte so zu gestalten, wie es die dortig Versorgten von Kindheit an erlebt hatten.[565] 1943 wurden die Feiern auf weitere Lazarette ausgedehnt. Zudem lud der Gauleiter die Kinder der Gefallenen der Stadt Salzburg zu einer eigenen Feier in die Residenz.[566] Diese Weihnachtsfeier für die Kinder wurde 1944 wiederholt. Doch der Krieg und seine Realität machte selbst vor diesen Feiern nicht halt. Der engagierte Weihnachtsmann, der „sein bestes Kleid aus dem Luftschutzkeller geholt hatte, wie er versicherte“, fragte die Kinder, ob sie „alle brav gewesen seien, ob sie ihren Müttern auch immer gefolgt hatten, ob sie im Luftschutzkeller still und ordentlich gewesen sind.“[567] Die Feiern in den Lazaretten wie z. B. in Oberndorf, erfuhren 1944 allerdings eine Erschwernis, da die Partei den mithelfenden Organisationen diesmal auch die bisher üblichen „Löffelspenden“ zur Beschaffung der Ingredienzien für die Weihnachtsbäckereien verbot.[568]

Die von der nationalsozialistischen Propaganda viel gerühmten karitativen Taten der NSV und des WHW müssen aber sehr stark differenziert werden. Wenn man die rege Tätigkeit im Gau Salzburg nämlich nur anhand der durchgeführten Aktionen messen würde [569], müsste man von der gepredigten „Volksgemeinschaft“, die sich in der Weihnachtszeit in Süßigkeiten und Kleidung für die Bedürftigen ausdrückte, überzeugt sein. Doch die nationalsozialistische Volkswohlfahrt und das ihr angeschlossene Winterhilfswerk kümmerten sich nicht um alle. Die NSV war, „vielleicht noch stärker als andere Organisationen, von der biologistischen nationalsozialistischen Volksideologie durchdrungen“. Die NSV war nach ihrem Selbstverständnis ein Instrument der „Rassenhygiene“ und der biologischen „Erbpflege“. Von der nationalsozialistischen Fürsorge blieben daher jene ausgeschlossen, die aus völkisch-biologischer Sicht „minderwertig“ waren. „Erbtüchtige“ sollten eine umfassende Hilfe erhalten.[570] Das Regime setzte somit seinen Rassismus auch zu Weihnachten fort, indem es zwischen guten und minderwertigen Mitbürgern unterschied.

3.21.2.2.4. Weihnachten in der Familie

Der letzte Schritt im Bereich der nationalsozialistischen Umgestaltung des Weihnachtsfestes erfolgte mit einer Propagandaoffensive ab 1943. Zu diesem Zweck gab die Reichspropagandaleitung (Hauptkulturamt) zu Weihnachten 1943 und 1944 das Buch „Deutsche Kriegsweihnacht“[571] in großer Auflage heraus. Damit versuchte man die letzte Bastion der Privatheit, das Familienleben, zu durchbrechen, um das Weihnachtsfest nach dem nationalsozialistischen Weltbild zu verändern, denn – so argumentierte man – die christliche Interpretation würde ohnedies in Deutschland nur schwer verstanden: „Als wir Kinder waren, erlebten wir es als Fest der schenkenden Liebe, und wir vernahmen Legenden aus fernem jüdischen Land, die uns zwar eigenartig, von fremden Zauber umglänzt erschienen, uns aber doch zutiefst fremd und unverständlich blieben.“[572]

Mittels nationalsozialistischer Erbauungsliteratur in Form von Erzählungen, Briefen, Gedichten und Liedern sollte den deutschen Familien ein Buch zur Verfügung stehen, das Weihnachten als „deutsches Fest“ präsentierte und gleichzeitig ein Leitfaden zur Gestaltung des Familienfestes sein sollte. Bedingt durch das Erscheinungsjahr ließ man sich auf die soziale und familiäre Realität der Endverbraucher ein und versuchte den Familien, die vor allem durch den Kriegseinsatz vieler Männer geschrumpft waren, Hoffnung und Zuversicht zu geben.[573] Die Abwesenheit der „Soldaten“ beim Familienfest sollte durch eine symbolische Anwesenheit, wie etwa durch das Aufstellen von Fotos vor dem Weihnachtsbaum,[574] überwunden werden. Zumindest im Gedanken und in der Erinnerung sollte die traurige Leere bekämpft werden. Zusätzlich wurde der Heimatfront eine romantische Soldatenweihnacht an der Front mit Illustrationen vor Augen geführt, die zwar von heroischen Männern begangen wurde, aber durchaus im Gedenken an zu Hause.[575] Das bedeutendste emotionale Konstrukt des Buches zeigt sich allerdings in dem Gedicht „Der toten Soldaten Heimkehr“:

„Einmal im Jahr, in der heiligen Nacht,

verlassen die toten Soldaten die Wacht,

die sie für Deutschlands Zukunft stehen.

Sie kommen nach Hause, nach Art und Ordnung zu sehen,

schweigend treten sie ein in den festlichen Raum –

den Tritt der genagelten Stiefel, man hört ihn kaum –

sie stellen sich still zu Vater und Mutter und Kind,

aber sie spüren, daß sie erwartete Gäste sind:

Es brennt für sie eine rote Kerze am Tannenbaum,

es steht für sie ein Stuhl am gedeckten Tisch,

es glüht für sie im Glas dunkel der Wein.

Und in die Weihnachtslieder, gläubig und frisch,

stimmen sie fröhlichen Herzens mit ein.

Hinter dem Bild im Stahlhelm dort an der Wand

steckt ein Tannenzweig mit silbernen Stern.

Es duftet nach Tannen und Apfel und Mandelkern.

Und es ist alles wie einst – und der Tod ist so fern. –

Wenn dann die Kerzen am Lichterbaum zu Ende gebrannt,

legt der tote Soldat die erdverkrustete Hand

jedem der Kinder leise aufs junge Haupt:

‚Wir starben für euch, weil wir an Deutschland geglaubt.‘

Einmal im Jahr, nach der Heiligen Nacht,

beziehen die toten Soldaten wieder die ewige Wacht.“[576]

Die Verwendung dieses Bildes der „unsichtbaren, toten Soldaten“, die am Leben teilnehmen, war allerdings nicht neu. Die imaginäre Anwesenheit von gefallenen Helden prägte auch andere Veranstaltungen der Nationalsozialisten. In metaphysischer Verbundenheit mit den Lebenden würden sie so weiterhin ihrer Bestimmung entgegenmarschieren.[577]

Man kann darin den Versuch erkennen, einen neuen, gefühlsbetonten Mythos zu schaffen, der besonders geeignet erschien, bei der weihnachtlichen Familienfeier den christlichen Sinngehalt des Festes etwas abzuschütteln.[578] Man war sich aber bewusst, dass die christlichen Bilder und Sinngebungen des Weihnachtsfestes schwer zu überwinden waren. Deshalb übernahm man die Geburt, in Anlehnung an die Geburt Jesu, in die nationalsozialistische weihnachtliche Symbolwelt. Sie wurde allerdings völkisch aufgeladen und zum Ausdruck der Wiedergeburt des Lichtes und somit des Lebens. Eine nationalsozialistische Vereinnahmung kann man u. a. auch in der Geschichte „Das Weihnachtskind auf dem großen Treck ins Reich“ erkennen. In dieser Geschichte, ebenfalls in „Deutsche Kriegsweihnacht“ abgedruckt, gebärt die Mutter von deutschstämmigen Einwanderern aus dem Osten in der Weihnachtsnacht mitten auf der Reise ins Deutsche Reich ihr fünftes Kind, während der mitreisende Großvater sein letztes Weihnachten erleben durfte.[579] In dieser Erzählung verschmilzt also die christliche Weihnachtsgeschichte mit den heidnischen Vorstellungen zur Wintersonnenwende über Leben und Tod. Nur durch eine derartige Auslegung (Fest des werdenden Lebens) ist der Fortbestand von christlichen Inhalten auch in der nationalsozialistischen Symbolik des Weihnachtsfestes verständlich.[580]

Neben diesen für die Gesellschaft neu erfundenen Mythen sollten aber auch heidnische Traditionen in den Familien wiederbelebt werden. Weihnachten, und hier knüpfte man ganz stark an die Mystik des Sonnwendfeuers an, sollte zum Fest des Lichtes werden.[581] Die „siegreiche Sonne“, nicht selten als Hakenkreuz dargestellt,[582] sollte der (Heimat-)Front Kraft gegen die Finsternis geben. [583] Da man seitens der Partei erkannte, dass ein neu erfundenes „germanisiertes“ Symbolsystem für die Weihnachtszeit nur wenig Erfolg haben konnte, entschloss man sich, die brauchtümlichen Formen zu übernehmen und sie nationalsozialistisch umzudeuten bzw. zu erweitern. Man befürchtete nämlich, dass bei einer Nichtnutzung dieser weihnachtlichen Symbolsprache die Zeichen (z. B. Weihnachtsbaum) gegen das Regime gerichtet werden könnten.[584] Der „Christbaum“ sollte daher aus den Häusern verschwinden und durch den Jul- oder Lichterbaum, in der Interpretation als „immergrüner Lebensbaum“, ersetzt werden.[585] Dieser „deutsche“ Weihnachtsbaum sollte seinem ursprünglichen Sinn als „wintersonnenwendlicher Lebensbaum“ gerecht werden.

In einer Beschreibung aus 1937 wurde neben „rotbackigen Äpfeln und vergoldeten Nüssen“ noch weit ungewöhnlicherer Baumschmuck vorgeschlagen: „Auch reizvoll bemalte, ausgeblasene Eier sind uralter Schmuck. Dazu kommt das Backwerk, die ‚Lebkuchen‘, Gebildbrote und Schokoladen, deren Form ebenfalls uralt sind. Es sind die Glücksbringer, die Sonnenscheiben und Mondsicheln, die Herzen und Glücksschweinchen (der ‚Juleber‘, das alte Sinnbild der Sonne), ferner Hufeisen, Weihnachtsglocken, Blumenformen, Ringel und Brezeln und nicht zuletzt Vögel, die den Frühling und das neue Licht bringen sollen. [...] An der Spitze des Baumes prangt der Sonnenstern; an seinem Fuße aber steht ein Gebildbrot, das ‚traute Paar‘ mit dem Kind oder dem sprossenden Mutterherzen darstellend.“[586]

Ein erhaltenes Beispiel für einen sinnbildgeschmückten Weihnachtsbaum ist jenes der Familie Spieß. Der Wiener Volkskundler und spätere Mitarbeiter im Amt Rosenberg,[587] Karl von Spieß (1880–1957), der dem mythologischen Strang der Wiener Schule zuzurechnen ist,[588] beschäftigte sich vor allem mit der mythologischen Rückbesinnung sowie mit der beabsichtigten Rückführung der Kunst auf eine ästhetisch-germanische Bauernkunst, die er vor allem der modernen Stadtkultur entgegensetzte.[589] In seinen wissenschaftlichen Ausführungen wird deutlich, dass er im Sinn von Alfred Rosenbergs „Mythus“, die Volkskultur einer „Reinigung von entfremdenden Veränderungen“ unterziehen wollte, um die nordische Weltanschauung zu pflegen, zu erhalten und wiederzugewinnen.[590] Das Foto des Spieß’schen Weihnachtsbaums gewährt uns einen Einblick in einen nationalsozialistischen Haushalt[591] vermutlich in der Ostmark, wahrscheinlich sogar am Heiligen Abend.[592] Der Lichterbaum entspricht relativ genau dem propagierten nationalsozialistischen Aufputz. Sehr dominant ist das Sinnbild-Gebäck, das die Familie selbst herstellte.

Die Familie Spieß bemühte sich dabei offensichtlich besonders jene Bilder zu formen, die eine „jahrhundertealte Tradition“[593] hatten. Der Baum ist mit Hufeisen, Fischen, Rädern, Vögeln (vermutlich am Lebensbrunnen), Paradiesszenen (Mann und Frau am Baum), aus einem Herz sprießenden Blumen, Mondsicheln und Knotengebilden (Hakenkreuzvariationen) geschmückt.[594] Karl von Spieß, der sich in seiner volkskundlichen Arbeit vor allem mit der tradierten germanischen Symbolästhetik (Sinnbildforschung) beschäftigte, orientierte sich bei dem Entwurf des Weihnachtsgebäcks mit ziemlicher Sicherheit an den Ergebnissen seiner Forschung.[595] Zusätzlich war der Baum mit Kerzen, Glocken, Würfeln und Süßigkeiten bestückt, auf der Spitze eine Harfe mit zwei Glöckchen. Ein so geschmückter Baum galt als vorbildlich. Der nationalsozialistische Dekorationsexperte Franz Kolbrand stellte sich nämlich, gleich wie Spieß, gegen moderne Tendenzen. 1941 bemerkte er in einem Weihnachtsbuch: „Ein mit schreiendem Flitterkram überladener Weihnachtsbaum ist genau so verfehlt wie etwa ein nur mit Lametta oder anderem eintönigen Schmuck behangener ‚ästhetischer‘ Baum.“[596]

Die propagierten heidnischen Bäume, die vor allem die damit verbundene Symbolik verstärken und verbreiten sollten,[597] stießen bei der Bevölkerung auf wenig Akzeptanz.[598] Die Realität im Dritten Reich, sofern man den Fotos in Zeitungen und Illustrierten Glauben schenken darf, zeigt ein anderes Bild als jenes völkisch verzerrte der Propagandisten. Man kann dort nämlich den Trend hin zum silberglänzenden Baum erkennen, der nur mit Lametta und Kugeln behangen war.[599] Es wurden sogar Kugeln mit eingeprägten Lebensrunen und Hakenkreuzen produziert.[600]

Von Seiten der nationalsozialistischen volkstümlichen Forschung beschäftigte man sich mit der Herkunft des Weihnachtsbaumes und versuchte regimegetreu die germanischen Wurzeln nachzuweisen.[601] Dabei verfolgte man mehrere Strategien. In einer evolutionären Theorie ging man von einem schrittweisen Wandel älterer Natur- und vor allem Baumkulte aus. Wolfgang Schultz bemerkte 1935 dazu: „Da, wo die Entwicklung in erster Linie vom Wintergrün ausging (vornehmlich im Südwesten), führt sie zum Weihnachtsreis, dann zum Schmuckbaum und endlich zum Lichterbaum.“[602]

Friedrich Rehm bemerkte 1937 Ähnliches. Er argumentierte, dass die Entwicklung vom einfachen Zweig oder Reis zum Baum nur eine rein äußerliche Formänderung darstelle und verknüpfte daher die Entstehung des Weihnachtsbaumes mit den „Bachlboschen“, der Lebensrute des Ruprecht, den Barbarazweigen etc.[603] In einer zweiten Theorie wurde versucht, die Kontinuität des Baumes seit der germanischen Zeit zu beweisen. So führten nach Georg Gruber die Lebensbäume der Germanen und sogar Fichtenbäume eines vermuteten Fruchtbarkeitsbrauches aus der Bronzezeit zum Brauchtum des Weihnachtsbaumes.[604]

Die hier kurz skizzierten Standpunkte sind zwar sicherlich Erklärungen für den Fortbestand einer gewissen Verbundenheit mit der Natur und eines Baumkultes, der besonders seit der Französischen Revolution wieder Eingang in politische Kultur fand,[605] aber keine Erklärung für den Ursprung des Weihnachtsbaumes. Nach heutiger Forschung traten die ersten als Weihnachtsbäume zu bezeichnenden Bäume um 1600 im Elsass auf.[606] Zu einer tatsächlichen Verbreitung kam es aber erst ab dem 19. Jahrhundert.[607] In Salzburg wurde der erste Weihnachtsbaum, der quellenmäßig belegt ist, 1826 in einer Privatwohnung am Alten Markt aufgestellt.[608] Erst nach und nach eroberte der geschmückte Baum die Häuser und Wohnungen, wobei allerdings ein Stadt-Land-Gefälle, sowie das soziale Umfeld ausschlaggebend waren. 1938 verteilten die Nationalsozialisten im Kreis Salzburg 1.000 Tannen an Volksgenossen, die sich keinen Weihnachtsbaum leisten hätten können.

Diese zähe Verbreitung zeigt, dass, entgegen der im Nationalsozialismus kursierenden These, der Weihnachtsbaum sich nicht aus einem vergessenen germanischen Volksgut entwickelte, sondern aus einer punktualen Erscheinung, die sich langsam ausbreitete. Entgegen den Theorien aus den 1930er-Jahren gilt die tatsächliche Herkunft des Brauches aber als ungeklärt.[609]

Da der Nationalsozialismus mit seinen Großveranstaltungen und Feierlichkeiten (auch in Österreich) Zustimmung fand und diese optimal propagandistisch nutzen konnte, verfiel die Parteiorganisation der Ansicht, man könne, einem totalitären Wunschdenken folgend, den Einfluss im Bereich der Fest- und Feierkultur beliebig erweitern. Während in vielen Bereichen des Alltags und der Feste die gezielte Verführung griff, entzog sich das private Weihnachtsfest in Salzburg fast vollständig den nationalsozialistischen Vereinnahmungsversuchen. Die Erklärungsansätze dafür sind sicher auch in dem Widerstandspotential der lebensweltlichen Logik zu suchen, das in der Regel weniger die Entwicklung verhindert als vielmehr abrupte Veränderungen durch schrittweise Übergänge und Anpassung abfedert.[610] Der Privatmensch war dadurch nicht eine beliebige Marionette des Regimes, die neue Ansätze und Praktiken „von oben“ sofort annahm. So ist es auch zu erklären, warum sich das Weihnachtsfest zu Hause von dem vielleicht sogar miterlebten öffentlich parteilichen unterschied.

Zudem muss man bedenken, dass die privaten Weihnachtsfeste keine „Invented Tradition“ der Nationalsozialisten waren. Gerade Weihnachten war als privates Fest an jährlich wiederkehrende familiäre Rituale geknüpft, deren Abwandlungen zumeist tunlichst vermieden wurden.[611] Die Familien unterschieden sich daher ganz wesentlich in ihren weihnachtlichen Bräuchen und Gepflogenheiten und bildeten so wie bei keinem anderen jährlichen Anlass gemeinschaftliche Vorstellungen und Gewohnheiten aus, die für die eigene Familie kennzeichnend und identitätsbildend waren.[612] Die spezifische emotionale Beziehung der Familienmitglieder zueinander (positiv wie negativ) sicherte auf längere Zeit die Konstanz und Kontinuität der Gruppe, sodass familieneigene Traditionen wie z. B. eine bestimmte Form und ein bestimmter Ablauf des Weihnachtsfestes entstehen, gepflegt und erhalten werden konnten.[613]

Das neu erfundene nationalsozialistische Weihnachtsfest für die Familien scheiterte somit an der spezifischen Konstellation des eingeübten familiären Kommunikations- und Interaktionssystems. Zudem fiel der Umdeutungsversuch des Regimes in eine existentielle Krisenzeit vieler Familien, die sich deshalb zusehends nach Konstanten im Leben sehnten und die private Sphäre der Familie gegen die Außenwelt mitsamt dem Krieg abschirmten.[614]

Ein Teil dieser Familienrituale war auch von der kirchlichen Interpretation des Weihnachtsfestes bestimmt. Vor allem innergebirg überdauerten die christlichen Gepflogenheiten in der Weihnachtszeit, wie Rosenkranzbeten, Rorate, Kripperl und die Christmette.[615] Die Lage der katholischen Seelsorge verbesserte sich mit der Dauer des Regimes zunehmend, sodass ab 1943 weitgehende Zufriedenheit über den durchwegs ansteigenden Besuch der Kirchen herrschte und kaum eine Verschlechterung der religiösen Bräuche feststellbar war.[616] Insgesamt muss daher festgestellt werden, dass sich die Bevölkerung, vor allem in den letzten Jahren der NS-Herrschaft, wieder stärker an der Kirche orientierte und die Kirche diesem Bedürfnis entgegenkam. Dies gelang der Kirche nicht zuletzt wegen der Integration von Brauch-Elementen und der vermutlich emotionaleren Wirkung ihrer Feierlichkeiten gegenüber dem säkularen nationalsozialistischen Angebot.[617] Zudem mussten gewisse Momente der von den Nationalsozialisten propagierten säkularen Weihnachtsfeier für die (Taufschein-)Christen seltsam gewirkt haben.

Die emotionale Bindung an das Weihnachtsfest und seine starren Rituale als christliches und volkstümliches Fest, das im Glauben, Gemüt und Gewohnheit der Bevölkerung tief verwurzelt war, ließ eine nationalsozialistische Umdeutung nur im geringen Maße zu. Was blieb, waren die unbelegten, unwissenschaftlichen und nicht nachvollziehbaren Thesen und Theorien, vor allem der nationalsozialistischen Volkskunde, die versuchte, sämtliche Bräuche mit germanischen Wurzeln zu erklären. Karl von Spieß selbst war dafür das beste Beispiel, denn sein Foto mit dem vorbildlich geschmückten Weihnachtsbaum zeigt im Hintergrund auch eine Krippe. Ein klarer Beweis dafür, dass sogar in solchen Kreisen, wie man beim Betrachten des Weihnachtsbaumes hätte meinen können, eine nationalsozialistische Neubewertung des Festes nicht vollständig möglich war.[618]

Literaturauswahl

[Gajek 1997] Gajek, Esther: Nationalsozialistische Weihnacht. Die Ideologisierung eines Familienfestes durch Volkskundler. In: Faber, Richard; Gajek, Esther (Hg.): Politische Weihnacht in Antike und Moderne. Zur ideologischen Durchdringung des Fests der Feste. Würzburg 1997, S. 183–215.

[Hanisch 1997] Hanisch, Ernst: Gau der guten Nerven. Die nationalsozialistische Herrschaft in Salzburg 1938–1945. Salzburg [u. a.] 1997.

[KühbergerC 2001] Kühberger, Christoph: Grenzen der Inszenierung. Die Störanfälligkeit der NS-Veranstaltungen in Österreich. In: Jahrbuch des OÖ. Musealvereines. Teil 1: Abhandlungen 145.2000 (2001), S. 189–216.

[Schweidlenka 1994] Schweidlenka, Roman: Sehnsucht nach dem Archaikum. Über die politische Besetzung alten Brauchtums. In: Haid, Gerlinde; Haid, Hans (Hg.): Alpenbräuche. Riten und Traditionen in den Alpen. [Streiflichter und Eindrücke vom lebendigen Leben im Alpenraum]. Bad Sauerbrunn 1994, S. 221–234.

[Vondung 1971] Vondung, Klaus: Magie und Manipulation. Ideologischer Kult und politische Religion des Nationalsozialismus. Göttingen 1971.



[485] Vgl. [Bruck 1990], hier S. 178. – Die Unwissenschaftlichkeit in diesem Bereich zeigt sich vor allem in unreflektierter Tradierung dieser NS-These nach dem Zweiten Weltkrieg: vgl. [Gajek 1997], hier S. 183.

[486] [Schweidlenka 1994], hier S. 228.

[487] Text nach Fritz Rabenau (1934), zit. nach [Knopp 1995], S. 33.

[488] Vgl. [Gajek 2001b], hier S. 151 f.

[489] Vgl. AdR, RSTH-Wien, Hauptbüro Schirach, Kt. 378/Reichsverfügungsblätter. Anordnung A 25/42. – Vgl. auch [Vondung 1971], S. 86.

[490] Vgl. [Vondung 1971], S. 85.

[491] Vgl. [Gamm 1962], S. 181.

[493] Vgl. [Kerschbaumer 1988], S. 157 und S. 78 (Foto). – Zur Bedeutung des Untersberges für die nationalsozialistische Mystik vgl. auch [Hanisch 1995], S. 7 f.

[495] Vgl. Bundesarchiv Berlin, NS 6/820. Anordnung A 60/40. – Die Wintersonnenwende muss demnach zur zweiten Kategorie von Feiern gezählt werden, „die nur einen Teil der Bewegung oder der Gesamtbevölkerung erfassen“.

[497] [Hanisch 1997], S. 96 f. – Rainer war bereits 1934 in die Schutzstaffel (SS) eingetreten; der illegale Gauleiter Salzburgs, Wintersteiger, verließ 1938 die Sturmabteilung (SA – seit 1923) und trat in die SS ein.

[500] [Feier Wintersonnenwende 1938]. – Um diesen Aufmarsch nicht zu stören, wurde die Bevölkerung, die der Feier beiwohnen wollte, aufgefordert, vor allem die Mönchsbergstiege zu benützen, um zur Feierstätte zu gelangen. „Die anderen Zugangswege sind dem Aufmarsch der Formationen vorbehalten.“ – [Morgen Wintersonnenwende 1938].

[501] Die „Zwölften“ begannen in der Nacht vor dem 25. Jul (Dezember) und endeten am 6. Hortung (Jänner).

[502] Vgl. [SchultzW 1935b]. – Zur christlichen Auslegung der Lichtsymbolik in Anlehnung an das Alte und Neue Testament vgl. [Zink 1994].

[503] Gemeint waren Vertreter der Hitlerjugend (HJ), der Sturmabteilung (SA), des Nationalsozialistischen Fliegerkorps (NSFK), der Politischen Organisation (PO) und der Schutzstaffel (SS). – Vgl. dazu: [Morgen Wintersonnenwende 1938].

[505] „[1. Strophe] Flamme empor! Flamme empor! / Steige mit loderndem Scheine von dem Gebirge am Rheine / glühend empor, glühend empor! [2. Strophe] Siehe, wir stehn, siehe wir stehn / treu im geweihten Kreise, dich zu des Vaterlandes Preise / brennen zu sehen, brennen zu sehen.“ aus: [Bolay 1941], S. 155.

[509] Vgl. [Dörner 1939], S. 190.

[512] Vgl. [Dörner 1939], S. 190.

[518] [Wintersonnenwende Lande 1938]. – Für Bad Hofgastein wurde die Hanglwiese angeführt, es dürfte ein Druckfehler sein.

[519] Vgl. [KühbergerC 2001], hier S. 190.

[520] Zur Begrifflichkeit der Partikularkultur vgl. [LippC 2000], hier S. 30.

[522] Vgl. [Gajek 1997], hier S. 187.

[524] [Julfeier SS 1939]. – Ein Foto des Weihnachtsmannes im: [Salzburger Volksblatt] (1939-12-23), S. 3.

[526] Der Julbaum auf der Julfeier der SS in Salzburg 1939 trug 12 Kerzen, wohl wieder in Anlehnung an die „Zwölften“. – Vgl. [Julfeier SS 1939].

[527] Vgl. [Julfeier SS 1939]. – [Julfeier Kaprun 1940]. – Zur Entwicklung des nationalsozialistischen Weihnachtsliedes vgl. [Gajek 2001b], passim.

[531] Vgl. u. a. [Deutsche Schulfeier] 1938 ff., passim.

[532] [Klamroth 1936]. – Vgl. auch: [Wittmann 1938].

[541] [Vondung 1971], S. 85 f.

[554] [Volksweihnachtsfeiern 1938]. – Vgl. [Volksweihnachtsfeier Morzg 1938]: In Morzg trat allerdings kein Weihnachtsmann auf.

[555] Begriff nach: [Hanisch 1994], S. 345.

[556] Vgl. [Marquard 1989], hier S. 685 ff.

[558] [Gemeinschaftsstunde 1940]. – [Stimme des Blutes 1940]: In Bischofshofen erhielten die Umsiedler auch Geschenke.

[560] Illustrierte Beilage der [Salzburger Landeszeitung] (1939-12-24), S. 2 f.

[561] Dazu griff man auf die Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg zurück. Vgl. [Blaumeiser/Blimlinger 1993b], hier S. 304.

[562] [Tätige Volksgemeinschaft 1940]: In Badgastein arbeiteten die NS-Frauenschaft und die Jugend des Ortes eben nicht mehr nur für die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV), sondern produzierten auch Geschenke für die Soldaten.

[564] AdR, RSTH-Wien, Hauptbüro Schirach, Kt. 378/Reichsverfügungsblätter. Anordnung A 75/42.

[566] [Weihnachtsfreude Lazarette 1943]: Dort findet man auch Fotos zu diesen Veranstaltungen.

[568] AdR, RSTH-Wien, Hauptbüro Schirach, Kt. 378/Reichsverfügungsblätter. Anordnung A 416/44.

[569] Zur Aktivität des Winterhilfswerkes (WHW) vgl. [Kerschbaumer 1988], S. 145 ff.

[570] [Dahm 1999], hier S. 109 f.

[572] [Eggers 1944], hier S. 8.

Vgl.

[574] [Deutsche Kriegsweihnacht 1944], S. 123 und S. 138.

[575] [Deutsche Kriegsweihnacht 1944], S. 47, S. 94, S. 109 und S. 116.

[580] Vgl. [Bolay 1941], S. 97 ff. – Diese Auslegung ermöglichte es der NS-Herrschaft auch Mutterehrungsfeiern der Partei, an denen die Mutterehrungskreuze verliehen wurden, an Weihnachten abzuhalten: vgl. [Knack 2001]. – Zur Umdeutung der christlichen (Bild-)Sprache im Dritten Reich vgl. auch [Gajek 2001b], hier S. 154.

[581] [Eggers 1944], hier S. 8 f.

[582] Vgl. [Bolay 1941], S. 140 und S. 186. – Vgl. auch sämtliche Postkarten mit dem aufgehenden Hakenkreuz über diversen Gemeinden. Für die Stadt Salzburg bei: [Hanisch 1997], S. 36.

[583] Vgl. [Gamm 1962], S. 181.

[584] [Vondung 1971], S. 86. – Vgl. auch [KühbergerC 2001], hier S. 207: Über die Nutzung des Adventkranzes.

[585] Vgl. [Schmeer 1956], S. 94.

[587] Karl von Spieß arbeitete dort in der Forschungsstelle Mythenkunde. – Vgl. [BockhornO 1989], hier S. 28.

[589] Vgl. u. a. [Spieß 1943].

[590] [BockhornO 1994a], hier S. 499.

[591] Spieß galt innerhalb der NSDAP als „verlässlicher“ Nationalsozialist. – Vgl. [BockhornO 1994a], hier S. 498.

[592] Das Foto ist undatiert, müsste aber in der Zeit zwischen Dezember 1938 und Jänner 1945 entstanden sein. Da keine Angaben über den Ort vorhanden sind, kann man nur mutmaßen, dass das Bild im Wiener Raum entstand. – Vgl. Weihnachtsbaum der Familie Spieß, Inv.-Nr. 2714, SLIVK, Nachlass Karl v. Spieß, Foto: Karl v. Spieß zwischen 1938–1945.

[594] Vgl. Weihnachtsbaum der Familie Spieß, Inv.-Nr. 2714, SLIVK, Nachlass Karl v. Spieß, Foto: Karl v. Spieß zwischen 1938–1945. – Christbaumbehang, Gebäck der Familie Spieß, Inv.-Nr. 2714, SLIVK, Nachlass Karl v. Spieß, Foto: Karl v. Spieß zwischen 1938–1945.

[595] Exemplarisch dafür ist etwa die in seinem Buch „Bauernkunst“ erwähnte „Hochzeitsszene unter dem Lebensbaume“ ([Spieß 1943], S. 138), das Hufeisen als „Quell von besonderer Kraft“ ([Spieß 1943], S. 230) oder die „Vögel am Lebensbrunnen“ ([Spieß 1943], S. 275).

[596] [Kolbrand 1941], S. 24: Was Kolbrand allerdings bejaht, war mäßig Lametta, selbst gebastelter Baumschmuck aus Silberpapier der Zigarettenschachteln oder Form- und Faltschnitte aus Bunt-, Silber- und Goldpapier, Strohmosaik und „ausgeblasene vergoldete oder bunte Eier“ ([Kolbrand 1941], S. 25). – Vorlagen zur Herstellung von Schmuck aus Papier vgl. Hartpapiereinlagen zwischen den S. 80 und S. 81 sowie zwischen S. 96 und S. 97.

[597] Vgl. [Sinnbilder 1938]. – vgl. auch [Rehm 1937], S. 34 und Abbildungen.

[598] Laut Ingrid Spitzbart ist aber unabhängig von dieser nationalsozialistischen Entwicklung eine Rückkehr zum einfacheren grünen Weihnachtsbaum mit Holzschmuck, Nüssen, Gebäck, Strohsternen etc. feststellbar: vgl. [Spitzbart 1996], S. 61.

[599] Vgl. u. a. Illustrierte Beilage der [Salzburger Landeszeitung] (1939-12-24), passim. – [Deutsche Kriegsweihnacht 1944], S. 7 (Hitler vor einem solchen Baum). – Vgl. auch [Lametta 1938].

[600] Vgl. [Schönfeldt 1998], S. 79.

[601] Vgl. zur nationalsozialistischen Politisierung der Volkskunde: [Gerndt 1987b], hier S. 19 f. – [Bollmus 1987], hier S. 49 ff.

[602] [SchultzW 1935b]: Für den Osten und Norden erkennt er eine Entwicklung vom Gebrauch des Lichtes zu Weihnachtsleuchten, Lichtkronen und zu „mehr oder weniger mit Grünzweigen geschmückten“ Lichterpyramiden.

[603] Vgl. [Rehm 1937], S. 18 f.

[604] [GruberG 1939], hier S. 497. – Ähnlich argumentiert auch: [Ruth 1937], hier S. 357.

[605] Vgl. [Hunt 1989], S. 79. – [Hettling/Nolte 1993], hier S. 20 f. – [Tacke 1995], S. 219. – [Mosse 1993], S. 193. – [Blaumeiser/Blimlinger 1993b], hier S. 292.

[606] Vgl. [MoserDR 1993], S. 108.

[608] Der erste Weihnachtsbaum war ein „Import“ des Spitzenhändlers Franz Josef Koch, der mit seiner Familie aus Eningen nach Salzburg übersiedelt war. – Vgl. [Zinnburg 1977], S. 63.

[610] [Borscheid 1987], hier S. 90.

[611] Vgl. dazu: [Jons 1997], S. 141.

[613] [Bimmer 1994], hier S. 389.

[614] Dies wird vor allem dadurch deutlich, dass das Weihnachtsfest als Fest der Familie Zugehörigkeit nach innen und Abgrenzung nach außen im gemeinschaftlichen Tun als Grundkonstanten besitzt. – Vgl. [Blaumeiser/Blimlinger 1993b], hier S. 297.

[615] Zur Situation in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vgl. [Adrian 1916], S. 264 ff. – [Adrian 1924], S. 29 ff. – [DenggM 1933], Teil 1, S. 228 ff. – [Schuster 1993], S. 91 ff.

[617] Vgl. [KühbergerC 2001], hier S. 207.

[618] Weihnachtsbaum der Familie Spieß, Inv.-Nr. 2714, SLIVK, Nachlass Karl v. Spieß, Foto: Karl v. Spieß zwischen 1938–1945.

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